Solidarität mit Streikenden der AWU Oberhavel

Der Kreistagsabgeordnete Ralf Wunderlich hat am Freitagmorgen bei den streikenden Beschäftigten der AWU Oberhavel am Betriebshof in Velten gesprochen und ihnen seine Solidarität ausgesprochen. Hintergrund ist die laufende Tarifrunde zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Abfallwirtschafts-Union (AWU) Oberhavel.

Auch in der vierten Verhandlungsrunde konnte bislang keine Einigung erzielt werden. Zwar hatte der Arbeitgeber sein Angebot nachgebessert, doch liegt die angebotene Entgeltsteigerung weiterhin bei weniger als der Hälfte der Forderung der Gewerkschaft ver.di. Auf einen Kompromissvorschlag der Gewerkschaft ging die Geschäftsführung der AWU nicht ein. Vor diesem Hintergrund haben die Beschäftigten ihren Arbeitskampf ausgeweitet und den Druck mit einem weiteren Warnstreik erhöht. Es handelt sich um den zweiten Streik in der laufenden Tarifrunde. Der dreitägige Arbeitskampf begann am Donnerstag, dem 12. März, um 5:30 Uhr und dauert bis Samstag, den 14. März. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 17. März 2026 angesetzt.

In seiner Rede vor den Streikenden würdigte Wunderlich das Engagement der Beschäftigten: „Ich finde es richtig klasse, dass ihr standhaft bleibt und weiter für eure Forderungen streikt. Streik ist kein Selbstzweck, Streik ist euer gutes Recht.“ Es sei nur fair, dass Beschäftigte von ihrer Arbeit nicht nur heute leben könnten, sondern später auch eine Rente erhalten, „die euch vor Altersarmut schützt“.

Viele der Beschäftigten seien Gewerkschaftsmitglieder und zahlten regelmäßig Beiträge, damit Arbeitskämpfe überhaupt möglich seien. „Diese Solidarität ist das Fundament unserer Arbeitnehmerrechte“, betonte Wunderlich.

Kritische Worte fand der Kreistagsabgeordnete auch für Beschäftigte, die trotz des Arbeitskampfes zur Arbeit gefahren seien: „Und seien wir ehrlich: Die Kolleginnen und Kollegen, die heute vom Hof fahren, sind Streikbrecher. Ihnen ist ihr heutiger Tageslohn wichtiger als die Solidarität mit euch. Dabei profitieren sie am Ende genauso von dem, was ihr hier erkämpft.“

Besonders empört zeigte sich Wunderlich über Berichte von Beschäftigten über Druckversuche im Vorfeld des Streiks. Mehrere Kolleginnen und Kollegen hätten ihm geschildert, dass Kraftfahrer unter Druck gesetzt worden seien, nicht zu streiken. „Dass ihnen Angst gemacht wird mit dem Satz: Wenn ihr höhere Löhne durchsetzt, dann kostet das Arbeitsplätze – oder dass sogar damit gedroht wird, jemandem die Stammtour wegzunehmen, wenn er sich am Streik beteiligt.“

Für Wunderlich ist klar: „Das ist nichts anderes als Einschüchterung. Kolleginnen und Kollegen mit Angst unter Druck zu setzen, damit sie ihre Rechte nicht wahrnehmen, ist schlicht unanständig.“ Besonders kritisch sei dies bei einem Unternehmen, das mehrheitlich in öffentlicher Hand sei. „Das erinnert eher an die dunkelsten Zeiten des Manchester-Kapitalismus als an einen modernen Arbeitgeber.“

Zum Abschluss rief Wunderlich die Streikenden dazu auf, zusammenzuhalten: „Bleibt standhaft. Es ist euer gutes Recht, für eure Interessen einzustehen – und wenn es nötig ist, dann eben auch mit Streik. Solidarität ist unsere Stärke.“

Auch die Bundestagsabgeordnete Christin Willnat von Die Linke solidarisiert sich mit den streikenden Beschäftigten der AWU Oberhavel und unterstützt deren Forderungen nach fairen Arbeitsbedingungen und einem besseren Tarifvertrag. Beide wünschen sich eine schnelle und faire Lösung am Verhandlungstisch, die der harten Arbeit der Beschäftigten gerecht wird. ✊