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Schluss mit Lohndumping – Erntehelfer verdienen faire Löhne

Die Debatte um niedrigere Mindestlöhne für Erntehelfer ist ein Déjà-vu. Schon im letzten Jahr wurden ähnliche Forderungen gestellt. Wieder geht es darum, Löhne zu drücken, statt die realen Probleme anzugehen. Dabei ist die Lage klar. Viele Menschen spüren steigende Preise jeden Tag und kommen immer schwerer über den Monat. Gleichzeitig wird ausgerechnet bei denen gespart, die unsere Lebensmittel ernten und harte körperliche Arbeit leisten. Der Mindestlohn liegt aktuell bei 13,90 Euro. Doch das reicht längst nicht mehr aus. Die Lebenshaltungskosten steigen weiter. Die Linke fordert deshalb mindestens 15 Euro Mindestlohn. Tatsächlich müsste er sogar noch höher sein, um den europäischen Vorgaben zu entsprechen und ein Leben ohne Existenzangst zu ermöglichen. So äußert sich die verbraucherschutzpolitische Sprecherin Christin Willnat (Die Linke): „Wer bei Wind und Wetter auf dem Feld arbeitet, macht sich jeden Tag den Rücken krumm. Diese Arbeit ist hart und unverzichtbar. Es ist völlig inakzeptabel, dass ausgerechnet hier über niedrigere Löhne diskutiert wird.“ Die Forderung, den Mindestlohn für ausländische Saisonkräfte zu senken, ist nicht nur kompletter Schwachsinn, sondern auch menschlich ungerecht. Sie öffnet Tür und Tor für Lohndumping und spaltet Beschäftigte. Gleichzeitig bedeutet sie, dass Menschen hier arbeiten, aber kaum soziale Absicherung erhalten, während sie hohe Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Mobilität tragen müssen. Auch das Argument von Malte Voigts, dem Leiter des Spargelhofs Kremmen, das auch der Bauernverband anführt, wonach ausländische Saisonarbeitskräfte geringere Sozialabgaben hätten, ist zynisch. Denn was als „Entlastung“ dargestellt wird, bedeutet in Wahrheit, dass diese Menschen kaum Ansprüche auf soziale Absicherung in Deutschland erwerben. Gleichzeitig haben sie während ihres Aufenthalts hier ganz reale Kosten – für Mobilität, Verpflegung und oft auch Unterkunft, und das zu deutlich höheren Preisen als im Heimatland. „Wer unsere Lebensmittel erntet, verdient Respekt, faire Arbeitsbedingungen und eine Bezahlung, von der man leben kann“, so Willnat.