Gedenken an Gerhard Weiß
Einen Tag vor der Wahl des Reichspräsidenten am 10. April 1932 wurde der 23-jährige Gerhard Weiß in Glienicke ermordet. Mit drei Mitgliedern der Ortsgruppe der KPD kontrollierte Weiß Wahlplakate „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler! Wer Hitler wählt, wählt Krieg!“ Auch das Nachkleben gehörte zu seinen Aufgaben. An der Oranienburger Chaussee 19, das war in Höhe der Apotheke, trafen sie auf den aus Hohen Neuendorf kommenden SA-Mann Georg Janowski, der auf Gerhard Weiß schoss. Janowski wurde zwar der Tat überführt, doch am 23. März 1933 wurde der Haftbefehl aufgehoben, und Jankowski wurde sogar in den Polizeidienst übernommen. Sein Verbrechen blieb ungesühnt, weil es im angeblichen „Kampf für die nationale Erhebung des Deutschen Volkes“ geschehen sei.
Schon bald wurde allerdings der Grabstein von Gerhard Weiß zum Treffpunkt geheimen antifaschistischen Gedenkens während der Nazi-Diktatur. Sein Todestag war auch 2026 Anlass, auf dem Friedrich-Wegner-Platz vor den Gefahren von Nationalismus, Menschenverachtung und Faschismus zu warnen.


