Demokratisches Bündnis ruft zu Protest gegen AfD-Veranstaltung in Löwenberg auf
„Gemeinsam für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt“
Löwenberg, Juni 2026
Ein breites demokratisches Bündnis, unter anderem aus den Ortsverbänden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und Die Linke sowie den Omas gegen Rechts Oberhavel, ruft alle Demokratinnen und Demokraten zur Teilnahme an einer friedlichen Kundgebung am 16. Juni 2026 in Löwenberg auf.
Unser Bündnis steht für Demokratie, Vielfalt, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir wenden uns gegen politische Bestrebungen, die Menschen gegeneinander ausspielen, demokratische Institutionen schwächen oder die europäische Zusammenarbeit infrage stellen.
Unser Land steht vor großen Herausforderungen: dem Fachkräftemangel, dem demografischen Wandel, der Sicherung von Wohlstand und sozialer Sicherheit sowie dem Erhalt einer lebendigen demokratischen Kultur. Diese Aufgaben können nur gemeinsam und auf Grundlage demokratischer Werte gelöst werden.
Wir setzen uns für ein offenes, solidarisches und vielfältiges Gemeinwesen ein. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen ist es wichtig, Haltung zu zeigen und deutlich zu machen: Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Dialog und vom Respekt gegenüber Andersdenkenden, solange sie auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Die AfD ist nicht nur einmal mit Äußerungen aufgefallen, die dem widersprechen. In Brandenburg ist die Partei vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft.
„Wir werden nicht schweigend hinnehmen, dass die AfD ihre politischen Positionen in unserer Gemeinde verbreitet. Demokratie lebt vom Widerspruch. Wer spaltet, ausgrenzt und Menschen gegeneinander aufbringt, muss mit deutlichem demokratischem Gegenwind rechnen.“
Besonders kritisch sehen die Organisatoren die angekündigten Redner der AfD. Mit Lena Kotré, Andreas Galau, Heiko Gehring und dem Bundestagsabgeordneten Götz Frömming treten Politiker auf, die für eine politische Linie stehen, die nach Auffassung des Bündnisses den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet.
Lena Kotré tritt seit Jahren als Verfechterin des Begriffs „Remigration“ auf und forderte zuletzt mit einem Antrag für ihre Fraktion im Brandenburger Landtag sogar die Einrichtung eines „Landesamtes für Remigration“. Darüber hinaus nahm sie Anfang 2026 an einer Veranstaltung des österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner, der als Kopf der Identitären gilt, teil.
Andreas Galau fiel im Brandenburger Landtag dadurch auf, dass er den Antisemitismus als importiertes Problem bezeichnete.
Heiko Gehring vertritt nicht nur auf seiner Internetseite Positionen gegen die europäische Klimapolitik und gegen die Mobilitätswende. Als führender Kommunalpolitiker der AfD in Velten unterstützte er zudem die Wahl eines Stadtverordneten der Partei „Die Heimat“ zum Europabeauftragten der Stadt. Die Partei „Die Heimat“ ist die Nachfolgepartei der NPD, der das Bundesverfassungsgericht eine verfassungsfeindliche Zielsetzung attestierte. Die Wahl sorgte über die Stadtgrenzen hinaus für erhebliche Kritik und wurde von vielen demokratischen Kräften als sehr problematisches Signal bewertet.
Götz Frömming, Leiter der Arbeitsgruppe Geschichte der AfD-Fraktion, verteidigte die von Historikern als völkisch bezeichnete Ausstellung der Serie „Bilder aus der deutschen Geschichte“ im AfD-Fraktionssaal. Ende 2025 forderte er eine „neue deutsche Erinnerungskultur“, die weniger auf historische Schuld und stärker auf positive nationale Identifikation ausgerichtet sein solle. Darüber hinaus führt Frömming seit Jahren Kampagnen gegen Genderforschung und geschlechtergerechte Sprache. In einer Bundestagsrede bezeichnete er Genderpolitik als Teil eines Projekts zur „Umerziehung“ und sprach von einem Angriff auf die traditionelle Familie.
„Wer solche Positionen vertritt, muss damit rechnen, dass Bürgerinnen und Bürger demokratischen Widerspruch organisieren. Genau das werden wir am 16. Juni tun“, so die Sprecher des Demobündnisses.
Deshalb rufen wir alle Demokratinnen und Demokraten auf:
Kommen Sie am 16. Juni 2026 um 17.30 Uhr zur Gegenkundgebung vor dem Bürgerhaus, Am Waldstadion 5, in Löwenberg.
Unter dem Motto „Gemeinsam für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt“ setzen wir gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung, Hass und gesellschaftliche Spaltung. Wir stehen für Respekt, Solidarität und ein demokratisches Miteinander.
„Demokratie ist Handarbeit. Sie lebt davon, dass wir uns einmischen und, wenn nötig, widersprechen. Den Rechtsextremisten, die beim Bürgerdialog ihr Gift verspritzen werden, widersprechen wir ausdrücklich. Deshalb gehen wir am 16. Juni gemeinsam in Löwenberg auf die Straße.“ sagt Simone Harhues von den Omas gegen Rechts- Oberhavel.
„Wir stehen für ein Löwenberger Land, in dem Herkunft, Religion, politische Überzeugung oder Lebensweise kein Grund für Ausgrenzung sind. Vielfalt ist eine Stärke unserer Gesellschaft.“, sagt Patricia Weiß vom Ortsvorstand der Linken im Löwenberger Land
„Unsere Antwort auf Hass und Spaltung lautet Zusammenhalt. Unsere Antwort auf Ausgrenzung lautet Solidarität. Unsere Antwort auf Rechtsextremismus lautet Demokratie. Unsere Antwort auf Klimaskepsis lautet Wissenschaft, unser Weg zur Klimaneutralität bringt Unabhängigkeit, eine intakte Umwelt und sichert Jobs.“, so Peter Ebel von den BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Löwenberger Land.
„Unsere Gemeinde ist stärker als Hass und Hetze. Gemeinsam setzen wir am 16. Juni ein Zeichen für Respekt, Menschlichkeit und Zusammenhalt.“ sagt der Tony Sieg als Vorsitzender der Löwenberger SPD
„Demokratie braucht Menschen, die aufstehen, wenn andere ausgegrenzt werden. Genau deshalb rufen wir zur Teilnahme an dieser Kundgebung auf.“ So der Löwenberger Kreistagsabgeordnete Ralf Wunderlich
Gemeinsam zeigen wir: Unser Löwenberger Land ist bunt, demokratisch und weltoffen.

