Heute ist Welt-AIDS-Tag: Wir kämpfen gemeinsam gegen HIV und Aids, stehen an der Seite aller Positiven – und gedenken der vielen Menschen, die an den Folgen von Aids gestorben sind. Kein Mensch darf vergessen werden.

Aktuelle Lage in Deutschland
In Deutschland leben aktuell knapp 100.000 Menschen mit HIV, Ende 2024 lag die Zahl laut Schätzungen bei rund 97.700.
Jedes Jahr kommen etwa 2.200 bis 2.300 Neuinfektionen hinzu – und noch immer wissen mehrere Tausend Menschen nichts von ihrer Infektion. Gerade späte Diagnosen führen dazu, dass Menschen erst mit Aids-definierenden Erkrankungen in die Versorgung kommen.

Warum Versorgung vor Ort zählt
Gute HIV-Versorgung heißt: kostenlose Tests, anonyme Beratung, Zugang zu PrEP und eine zuverlässige, wohnortnahe Behandlung – in der Stadt und auf dem Land.
Wo Hausärzt:innen, Schwerpunktpraxen und Kliniken verschwinden, werden Wege länger, Wartezeiten größer und Menschen brechen Behandlungen eher ab oder lassen sich gar nicht erst testen.
Ein solidarisches Gesundheitssystem entscheidet, ob HIV heute eine gut behandelbare chronische Infektion bleibt – oder ob wieder mehr Menschen an Aids sterben.

Politischer Rollback
Statt die globale HIV-Bekämpfung zu stärken, fahren Regierungen Förderprogramme zurück, kürzen Beiträge für den Global Fund und ziehen sich aus internationalen Gesundheitsprogrammen zurück – mit Millionen zusätzlicher Neuinfektionen und Todesfälle als absehbarer Folge. Gleichzeitig verschärfen viele Staaten queerfeindliche Gesetze, kriminalisieren Sexarbeit und queere Lebensweisen und erschweren so den Zugang zu Prävention, Tests, PrEP und Therapie.

Linke Antworten auf eine Gesundheitskrise
Die Linke fordert ein Gesundheitssystem, in dem Gesundheit keine Ware ist, sondern Menschenrecht.
Dazu gehören:

  • eine solidarische Bürger:innenversicherung statt Zwei-Klassen-Medizin
  • eine starke öffentliche, gemeinwohlorientierte Versorgung statt Profite für Klinikkonzerne
  • kommunale, interdisziplinäre Gesundheitszentren („Poliklinik 2.0“), die Haus- und Fachärzt:innen, Pflege, Psychotherapie und Sozialarbeit unter einem Dach bündeln – besonders im ländlichen Raum.
  • Für HIV heißt das konkret: niedrigschwellige Test- und Beratungsangebote, sichere Finanzierung der Aidshilfen, Zugang zu PrEP und zu moderner Therapie für alle – unabhängig von Wohnort, Einkommen und Aufenthaltsstatus.

    Erinnerung und Solidarität
    Am Welt-AIDS-Tag erinnern wir an alle, die an Aids gestorben sind, an verlorene Freundschaften, Partnerschaften, Wahlfamilien. Ihre Geschichten bleiben Auftrag, weiterzukämpfen: gegen Stigmatisierung, gegen Kürzungen bei Prävention und Versorgung, für ein solidarisches Gesundheitswesen und für das Recht auf ein gutes, selbstbestimmtes Leben mit HIV.