Von Jugendbeteiligung bis Kampfmittelbeseitigung

Ralf Wunderlich
Bundestagsabgeordnete Christin Willnat besucht Jugendforum in Oranienburg

Die Bundestagsabgeordnete Christin Willnat (Die Linke) informierte sich am 11. Februar 20250211_Bild_Jugendforum-400x400 beim Jugendforum der Stadt Oranienburg über eines der wichtigsten Beteiligungsformate für junge Menschen in Oberhavel.

Das Jugendforum ist ein zentrales Gremium der Mitbestimmung in Oranienburg. Junge Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren können hier eigene Projektideen für die Stadtentwicklung einbringen, diskutieren und weiterentwickeln. Die vorgeschlagenen Projekte werden aus dem städtischen Jugendbudget finanziert. Besonders demokratisch: Alle Jugendlichen der Stadt sind stimmberechtigt und können über die eingereichten Ideen abstimmen. Die Projekte mit den meisten Stimmen werden anschließend umgesetzt.

Über 150 junge Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. Neben ihnen waren auch Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker verschiedener Parteien sowie Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder mit Mitarbeitenden der Stadtverwaltung anwesend.

Christin Willnat zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Teilnehmenden:
„Oranienburg ist ein Leuchtturm der Kinder- und Jugendbeteiligung im Land Brandenburg. Der Elan in den Workshops hat mich sehr beeindruckt. Die Stadt stellt allein für die Kinder- und Jugendbeteiligung rund 25.000 Euro bereit und schafft zusätzlich personelle Kapazitäten. Das ist ein starkes Signal.“


Gespräch zur Stadtentwicklung und Kampfmittelbeseitigung

20250211_Bild_Buergermeisterbesuch-400x400 Im anschließenden Gespräch mit Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder (SPD) und der zuständigen Dezernentin Stefanie Rose (Die Linke) standen die großen Herausforderungen der Stadtentwicklung im Mittelpunkt. Neben der Schaffung von Wohnraum, der auch bezahlbar bleibt, ist dies vor allem die Kampfmittelbeseitigung.

Über 200 Bomben mit chemischen Langzeitzündern liegen noch im Boden Oranienburgs – sie könnten jederzeit detonieren. Diese historische Belastung aus dem Zweiten Weltkrieg stellt die Stadt vor enorme finanzielle Herausforderungen. Rund vier Millionen Euro muss Oranienburg jährlich für die Kampfmittelbeseitigung aufbringen. Hinzu kommen die Kosten für den Kampfmittelbeseitigungsdienst, die das Land trägt. Die frühere vierjährige Bundesbeteiligung ist 2025 ausgelaufen; derzeit beteiligt sich der Bund nicht mehr an den Kosten.

Allein großräumige Flächen wie das rund 30 Hektar große ehemalige Flugplatzgelände der Heinkel-Werke kann die Stadt nicht eigenständig beräumen, was notwendig ist um solche Flächen zu entwickeln.

„Das darf so nicht bleiben. Oranienburg darf mit dieser historischen Last nicht allein gelassen werden. Gerade bei solchen Großflächen braucht es eine Kostenübernahme oder zumindest eine substanzielle Beteiligung des Bundes“, betonte Willnat.

Die Abgeordnete sagte zu, sich weiterhin für eine finanzielle Unterstützung einzusetzen, und begrüßt die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Abgeordneten aus Bund, Land und Stadt, um Oranienburg auf dem Weg zur Kompetenzregion bei diesem Thema weiter voranzubringen.


Bürgersprechstunde im Wahlkreisbüro

Im Anschluss an die Termine fand eine Bürgersprechstunde im Wahlkreisbüro statt.

„Es ist wichtig, von den kleinen und großen Sorgen der Oberhaveler*innen zu erfahren, um diese mit nach Berlin nehmen zu können“, erklärte Willnat.

Künftig sollen solche Sprechstunden noch häufiger und an verschiedenen Orten im Wahlkreis angeboten werden. Wer Gesprächsbedarf hat, kann jederzeit einen Termin vereinbaren – telefonisch über den Wahlkreismitarbeiter unter 03301 200997 oder per E-Mail an  puevfgva.jvyyang.zn07@ohaqrfgnt.qr.