Ein- und Ausblicke in eine überaus schöne Region

Bei ihrem Wahlkreistag im Norden vom Landkreis Oberhavel besuchte unsere Bundestagsabgeordnete Christin Willnat ganz unterschiedliche Projekte und Initiativen in der Region. Stationen waren das Tierheim in Tornow, der Verstehbahnhof in Fürstenberg/Havel sowie Emmas Kaufhalle in Teschendorf. Dabei wurde deutlich, wie viel ehrenamtliches Engagement, Kreativität und Innovationskraft im ländlichen Raum Brandenburgs vorhanden sind – oftmals jedoch unter schwierigen finanziellen Bedingungen.

Tierheim Tornow – Ehrenamtlicher Tierschutz im Landkreis Oberhavel

Erste Station war das Tierheim in Tornow, einem Ortsteil von Fürstenberg/Havel. Der Tierschutzverein – nach eigenen Angaben mit rund 450 Mitgliedern der größte im Landkreis Oberhavel – betreibt das Tierheim mit nur drei Vollzeitkräften, Christin Willnat mit zwei kleinen Hunden im Tierheim Tornow sieben Teilzeitkräften und einer Auszubildenden. Versorgt werden derzeit unter anderem 40 Hunde, 20 Katzen, 23 Kaninchen sowie weitere Tiere. Zusätzlich leben rund 30 Freigängerkatzen auf dem weitläufigen Gelände.

Besonders beeindruckt zeigte sich Christin vom Einsatz der Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen: „Angesichts der enormen finanziellen Herausforderungen ist es bemerkenswert, mit welchem Engagement hier gearbeitet wird. Ohne Spenden und Erbschaften wäre diese wichtige Arbeit kaum möglich.“

Das Tierheim steht vor erheblichen Investitionen. So muss unter anderem die Küche im Katzenhaus erneuert werden, nachdem Fördermittel dafür bislang abgelehnt wurden. Noch größer ist das geplante Bauvorhaben für eine neue Hundeunterkunft mit Freilauf – rund 600.000 Euro werden dafür veranschlagt. Etwa die Hälfte der Summe konnte bislang durch Spenden und Erbschaften gedeckt werden.

Der Verein wünscht sich eine dauerhafte Förderung durch den Landkreis Oberhavel, wie sie beispielsweise im benachbarten Havelland bereits existiert. Christin verwies auf die parlamentarische Arbeit ihrer Fraktion zum Tierschutzgesetz: „Mir ist wichtig, dass das Wissen derjenigen, die täglich praktisch im Tierschutz arbeiten, stärker in politische Entscheidungen einfließt. Deshalb wollen wir im engen Austausch bleiben.“

Zwischenstopp in der Goldenen Kugel Fürstenberg

Vor dem nächsten Termin legte die Abgeordnete einen kurzen Zwischenstopp bei ihrer ehemaligen Landtagskollegin Andrea Johlige ein, die in der Bahnhofstraße in Fürstenberg/Havel die Kneipe „Goldene Kugel“ betreibt. Dort bot sich Gelegenheit für Gespräche und einen kurzen Mittagstisch.

 

 

Verstehbahnhof Fürstenberg – Ehrenamt, Bildung und Innovation im ländlichen Raum

Christin Willnat und Anke Domscheit-Berg im Medienstudio im Keller des Verstehbahnhofs
Christin Willnat und Anke Domscheit-Berg im Medienstudio im Keller des Verstehbahnhofs

Weiter ging es zum Verstehbahnhof in Fürstenberg/Havel, der vom Havel:lab e.V. im ehemaligen Bahnhofsgebäude betrieben wird. Durch die verschiedenen Projekte führten Daniel Domscheit-Berg und Anke Domscheit-Berg.

Der Verein kann trotz vergleichsweise weniger Mitglieder auf ein großes Netzwerk von rund 70 Ehrenamtlichen aus acht Nationen zurückgreifen. In einer offenen Werkstatt können Kinder und Jugendliche mit modernen Maschinen arbeiten und handwerkliche Fähigkeiten ausprobieren. Vorgestellt wurden unter anderem Projekte zur digitalen Aufbereitung historischer Produktionsprozesse aus dem Ziegeleipark Mildenberg sowie die Herstellung sogenannter „Vielfalter“ – kleiner Holzschmetterlinge, die gemeinsam mit den „Omas gegen Rechts“ gestaltet werden.

Darüber hinaus betreibt der Verein ein Medienstudio, einen Co-Learning-Space, einen Umsonstladen und eine Kreativwerkstatt. Viele der Projekte verbinden soziale, kulturelle und bildungspolitische Aspekte miteinander und tragen dazu bei, leerstehende Gebäude in Fürstenberg mit neuem Leben zu füllen.

„Ich finde es großartig, dass hier Orte für Begegnung, Kreativität und gesellschaftlichen Zusammenhalt entstehen“, sagte Christin nach dem Rundgang. „Gerade im ländlichen Raum Brandenburg sind solche Initiativen unglaublich wichtig.“ Die finanziellen Belastungen seien allerdings erheblich – allein die Fixkosten für die verschiedenen Standorte lägen bei rund 6.000 Euro monatlich. „Vor diesem ehrenamtlichen Engagement kann man nur den Hut ziehen. Solche Projekte verdienen deutlich mehr Unterstützung.“

Verkehrsproblem B96 – Belastung für Fürstenberg, Gransee und das Löwenberger Land

Auf dem Weg nach Teschendorf machte sich die Abgeordnete ein Bild von der Verkehrssituation entlang der B96. Besonders in Fürstenberg wurde deutlich, wie stark die Ortschaften durch den Durchgangsverkehr belastet werden. „Man konnte selbst am frühen Nachmittag kaum gefahrlos die Straße überqueren“, schilderte sie ihre Eindrücke. Viele Menschen in Fürstenberg, Gransee und dem Löwenberger Land hoffen deshalb auf eine Entlastung durch einen Ausbau beziehungsweise Ortsumgehungen entlang der B96.

Emmas Kaufhalle Teschendorf – Innovative Nahversorgung im ländlichen Brandenburg

Den Abschluss des Wahlkreistages bildete ein Besuch bei Emmas Kaufhalle in Teschendorf. Das junge Start-up wurde vor

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Beim Bestellen in Emmas Kaufhalle

zwei Jahren von Susanne Scheuermann und Christian Lambeck gegründet und verfolgt ein innovatives Konzept der Nahversorgung im ländlichen Raum.

An dem Standort befand sich früher ein kleiner Dorfkonsum, der wirtschaftlich nicht mehr betrieben werden konnte. Heute erfolgt der Verkauf über moderne Automaten mit rund 650 Produkten des täglichen Bedarfs. Kundinnen und Kunden können die Waren vor Ort oder online auswählen und automatisiert ausgeben lassen – rund um die Uhr, da kein Personal dauerhaft vor Ort sein muss.

Besonders positiv fiel der hohe Anteil regionaler Produkte auf. „Mehr Transparenz darüber, wo Lebensmittel herkommen, geht eigentlich kaum“, betonte Christin. „Das stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe und schafft Vertrauen.“ Nach Einschätzung der Abgeordneten hat das Konzept großes Potenzial für viele ländliche Regionen: „Solche Ideen zeigen, dass moderne Nahversorgung auch in kleineren Orten funktionieren kann.“